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Mit Kindern Halloween feiern: Mehr als nur Grusel und Süßes

Impulse für die Praxis • 29.10.2026
Halloween Kürbisse
© DKJS/Kathrin Fehse

Verkleidet als Hexen, Gespenster oder kleine Monster ziehen Kinder und Jugendliche durch die Straßen, klingeln an Türen und sammeln Süßigkeiten. Zwischen flackerndem Kerzenlicht, geheimnisvoll geschmückten Häusern und aufgeregten Kinderstimmen entsteht eine Atmosphäre, die gleichermaßen zum Staunen, Gruseln und Spielen einlädt.

Halloween ist jedoch mehr als ein Fest voller Kostüme und Süßigkeiten. Es bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte, um mit Kindern über Feste, Traditionen und gesellschaftliches Zusammenleben ins Gespräch zu kommen. Das Fest zeigt, dass Bräuche nicht unveränderlich sind, sondern sich im Laufe der Zeit wandeln, vermischen und von verschiedenen Kulturen geprägt werden.

Woher kommt Halloween eigentlich?

Die Ursprünge des Fests reichen weit zurück. Das Wort „Halloween“ leitet sich von „All Hallows’ Eve“ ab, dem Abend vor Allerheiligen am 1. November. Historische Forschungen verweisen zudem Wurzeln im keltischen Samhainfest, das einst das Ende der Erntezeit und den Beginn der dunklen Jahreszeit markierte. Im Laufe der Jahrhunderte vermischten sich christliche und keltische Bräuche. Irische Auswander:innen nahmen sie schließlich mit nach Nordamerika, wo sich Halloween zu dem Fest entwickelte, das wir heute kennen.

In Deutschland wurde Halloween ab den 1990er-Jahren populär. Amerikanische Filme, Serien und der Handel brachten Kostüme und das Sammeln von Süßigkeiten rasch in die Vorgärten. Halloween traf hier jedoch keineswegs auf Neuland: Traditionen wie Rüben schnitzen, Laternenumzüge oder das Martinssingen waren in vielen Regionen längst verankert. So passten sich die neuen Grusel-Elemente mühelos an bestehende Herbstbräuche an.

Warum feiern Menschen Feste und pflegen Bräuche?

Feste verbinden. Sie geben Orientierung im Jahr, stärken das Gemeinschaftsgefühl und lassen uns Geschichten und Werte miteinander teilen. Wenn wir mit Kindern über Halloween sprechen, entdecken sie schnell, wie unterschiedlich Menschen Feste gestalten und warum das völlig in Ordnung ist.

Wer entscheidet, welche Feste in der Schule gefeiert werden?

Auch diese Frage eignet sich gut für die . Schulische Feste und Projekte entstehen nicht zufällig, sondern sind das Ergebnis von Entscheidungen verschiedener Beteiligter. Lehrkräfte, Schulleitungen sowie teilweise Schüler:innen- und Elternvertretungen bringen ihre Perspektiven ein. Berücksichtigt werden dabei pädagogische Ziele, schulische Traditionen, religiöse und weltanschauliche Vielfalt sowie rechtliche Rahmenbedingungen.

Halloween kann deshalb ein Anlass sein, mit Kindern darüber nachzudenken, wie Entscheidungen in einer Gemeinschaft getroffen werden und wie unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse miteinander in Einklang gebracht werden können.

Warum lohnt es sich, mit Kindern über Halloween zu sprechen?

  • Vielfalt von Familien und Kulturen: Halloween macht sichtbar, dass Traditionen nicht statisch sind. Kinder können erfahren, wie Bräuche entstehen, sich verändern und durch Begegnungen zwischen Menschen und Kulturen weiterentwickelt werden.
  • Umgang mit Angst: Geister, Hexen und Monster bieten einen spielerischen Rahmen, um über Ängste und Unsicherheiten zu sprechen. Kinder erleben, dass Gruseliges auch Spaß machen kann und dass sie gemeinsam mit anderen Mut entwickeln können.
  • Leben, Tod und Erinnern: Durch die zeitliche Nähe zu Allerheiligen und Allerseelen ergeben sich Möglichkeiten, altersgerecht übers Erinnern, Abschiednehmen und über Verstorbene zu sprechen.

Halloween bietet auch Anlass, mit Kindern über diskriminierungskritisches Feiern ins Gespräch zu kommen. Verkleidungen greifen manchmal auf Klischees oder stereotype Darstellungen von Menschen und Kulturen zurück. Wie der Beitrag Zwischen Spaß und Haltung – Karneval mit Kindern diskriminierungskritisch feiernhttps://www.reflexionstool-demokratiebildung.de/aktuelles/zwischen-spass-und-haltung-karneval-mit-kindern-diskriminierungskritisch-feiern zeigt, kann dies eine gute Gelegenheit sein, mit Kindern über Respekt, Vielfalt und die Wirkung von Kostümen nachzudenken.

Autor:in

Name Autor:in

Matthias Labisch

Matthias Labisch ist für die Umsetzung der Transferprojekte und Workshops zu den Qualitätskriterien zuständig. Er ist Experte zum Thema und Peer-Projekte im Jugendalter. 

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