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"Und was machst du in den Sommerferien?" Lebensweltennah mit Kindern über Ferienpläne sprechen

Impulse für die Praxis • 29.06.2026
Lehrerpult in leerem Klassenzimmer
© DKJS/W. Vogt

Die Sommerferien stehen vor der Tür. Viele Kinder zählen die Tage bis zum Ferienbeginn, freuen sich auf freie Zeit, Ausflüge oder Reisen. Gleichzeitig lohnt es sich, als pädagogische Fachkraft sensibel auf das Thema zu schauen. Denn nicht alle Kinder erleben die Ferien gleich.

Während manche von Reisen, Freizeitparks oder Besuchen bei Verwandten erzählen, können die Ferien für andere Kinder mit Enttäuschungen, Langeweile oder sogar Sorgen und Ängsten verbunden sein. Manche Familien können sich keinen Urlaub leisten. Viele Kinder verbringen die Ferien überwiegend zu Hause oder übernehmen Betreuungsaufgaben für jüngere Geschwister. Wieder andere freuen sich vielleicht gar nicht auf die Ferien, weil Schulen, Jugendzentren und Vereine als Orte der Gemeinschaft und Sicherheit teilweise während der Ferienschließzeiten aus ihrem Alltag wegfallen.

Deshalb kann schon die Art, wie wir über die anstehenden (oder später dann vergangenen) Ferien sprechen, einen Unterschied machen. Statt zu fragen: „Wohin fahrt ihr in den Urlaub?“, kann ein Gespräch beginnen mit: „Was macht ihr in den Ferien?“, „Worauf freut ihr euch in den nächsten Wochen?“, “Wofür hast du in den Ferien Zeit, was im Schulalltag zu kurz kommt?” So können alle Kinder von ihren Plänen erzählen, unabhängig davon, ob diese eine Fernreise, lokale Ausflüge zu Freibad und Badesee, Zeit mit Freund:innen oder das Knacken eigener Videogame-Rekorde umfassen.

Das Sprechen über Ferien bietet die Gelegenheit, statt Vergleiche zu fördern, vielmehr mit Kindern darüber ins Gespräch zu kommen, was ihnen guttut, worauf sie sich freuen und was sie für eine schöne freie Zeit brauchen. Das stärkt die Perspektive der Kinder und zeigt: Schöne Ferien und selbstbestimmte Freizeitgestaltung sehen für jede Person anders aus! 

Ein niedrigschwelliger Einstieg dafür kann eine Erstellung einer persönlichen Bucket List für den Sommer sein, die Kinder selbst als Bild, Collage oder Text erstellen können. Darauf können sie festhalten, worauf sie sich – je nach Interessen und Möglichkeiten –in den Ferien freuen, z.B. ausschlafen, mit Freund:innen ins Freibad gehen, eigenes Eis herstellen. 

Ein armutssensibler und wertschätzender Umgang bedeutet nicht, das Thema Urlaub zu vermeiden. Es bedeutet vielmehr, verschiedene Lebensrealitäten mitzudenken und Räume zu schaffen, in denen sich alle Kinder mit ihren Erfahrungen wiederfinden können. Gerade darin zeigt sich ein wichtiger Grundsatz demokratischer Bildung: Menschen haben unterschiedliche Voraussetzungen und alle Perspektiven verdienen Respekt und Anerkennung.

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Carla Klatte

Carla Klatte arbeitet in der Programmkommunikation. Sie ist im Team bekannt für ihre verlässliche Arbeitsweise und hat eine Schwäche für Zimtgebäck.

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