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Ramadan und Zuckerfest - Religiöse Vielfalt in der Schule leben

Impulse für die Praxis • 12.03.2026
DKJS/Jann Wilken
© DKJS/Jann Wilken

Es ist Ramadan! Noch bis zum 19. März dauert der muslimische Fastenmonat, danach steht das Zuckerfest vor der Tür. Eine Zeit, in der für viele Familien Besinnlichkeit, Gemeinschaft und Familie im Mittelpunkt stehen. Für zahlreiche Kinder in Deutschland sind Ramadan, das Fasten zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang und das Zuckerfest ein wichtiger Teil des Jahres – ganz gleich, wie religiös sie sind. Damit spielt der Fastenmonat auch im Schulleben eine Rolle.

Der Fastenmonat und das Fastenbrechen bieten als bedeutende Bestandteile des muslimischen Glaubens eine Gelegenheit, um mit Kindern in den Austausch dazu zu kommen, welche Feste und Rituale ihnen wichtig sind. So können verbindende Momente geschaffen werden, Gemeinsamkeiten zwischen Religionen gefunden und das Zugehörigkeitsgefühl muslimischer Kinder gestärkt werden. 

Fachkräfte können sich an demokratischen Werten, wie Pluralismus, Meinungs- und Religionsfreiheit orientieren, um eine reflektierte Haltung im Umgang mit Ramadan und religiöser Vielfalt zu entwickeln. 

Die eigene Rolle und Haltung diversitätssensibel reflektieren

Damit demokratische Werte im Schulalltag wirksam werden, braucht es eine reflektierte Haltung von Fachkräften. Leitfragen zur Reflexion der eigenen Haltung in Bezug auf Ramadan können sein: 

  • Welchen Bezug habe ich selbst zu Ramadan oder religiösem Fasten? Wie kann ich in Erfahrung bringen, was Ramadan den Familien und Kindern bedeutet?
  • Wie informiere ich mich über die Bedeutung und vielfältige Praxis des Fastenmonats?
  • Welche religiösen Bräuche werden in unserer Schule als „normal“ und selbstverständlicher Teil des Jahresplanung berücksichtigt? Welche Botschaften sendet das an Kinder und Jugendliche, die andere Feste feiern? 
  • Welche Vorurteile gegenüber Familien, die Ramadan begehen, kenne ich – und wie hinterfrage ich sie? 
  • Habe ich mich mit antimuslimischem Rassismus als Teil der Lebenswelt muslimischer Kinder und Jugendliche auseinandergesetzt? Kenne ich Erscheinungsformen und häufige Stereotype?
  • Welche Feste sind mir (weniger) vertraut? Inwiefern prägt dies meine Empathie gegenüber verschiedenen Kindern und Familien? 
  • Welche Gemeinsamkeiten von Fastenritualen finde ich in verschiedenen Religionen? Versuche ich zu verstehen, welche positiven Bedeutungen Fasten für Kinder und Jugendliche haben kann? 

Ramadan als Anlass für Austausch zu Festen und Ritualen im Unterricht aufgreifen

Am Beispiel von Ramadan können Lehrkräfte Räume eröffnen, in denen Kinder sich über Feste austauschen, Gemeinsamkeiten entdecken und Unterschiede wertschätzend wahrnehmen. So werden Empathie, Solidarität und das Verständnis für Religionsfreiheit als grundlegende Werte einer demokratischen Gesellschaft gestärkt. Mögliche Fragen für Gespräche mit Kindern sind:

  • Welche Feste sind euch wichtig? Wie feiert ihr sie zu Hause? Wie könnten wir solche Feste auch hier gemeinsam gestalten?

  • Wäre es schwer, auf bestimmte Dinge zu verzichten – etwa auf Süßigkeiten, Fernsehen oder Fußball? Worauf könntet ihr leicht verzichten, und worauf nicht?

Religiöse Vielfalt in der Jahresplanung berücksichtigen

Um nicht jedes Jahr wieder Antworten auf Fragen zum guten Umgang mit Ramadan finden zu müssen, ist es sinnvoll, Ramadan vorausschauend in die Jahresplanung einzubeziehen und Routinen zu entwickeln. Konkrete Ansätze hierfür sind zum Beispiel:

  • Die Fastenzeit in die Planung von Prüfungen, Ausflügen, Sportfesten und Unterricht einbeziehen.
  • Ein gemeinsames Fastenbrechen mit Familien an der Schule planen.
  • Fortbildungen zu Ramadan und antimuslimischem Rassismus nutzen.
  • Eine klare Positionierung seitens der Schulleitung für einen wertschätzenden Umgang mit religiöser Vielfalt formulieren oder anregen. 
  • Kindern, Jugendlichen und Familien, die Ramadan begehen, einen gesegneten Ramadan oder ein frohes Zuckerfest wünschen. 
  • Frühzeitig Gesprächsangebote mit Kindern, Jugendlichen und Familien schaffen und verbindliche Absprachen, zum Beispiel für den Fall von gesundheitlichen Problemen, treffen.

Zur vertiefenden Auseinandersetzung können wir das interaktive Schaubildhttps://www.ufuq.de/publikation/wie-schon-wieder-ramadan-themen-und-fragen-rund-um-den-ramadan/ der Ufuq-Fachstelle für Pädagogik zwischen Islam, antimuslimischem Rassismus und Islamismus in Berlin sowie die Broschüre der Amadeu-Antonio-Stiftunghttps://www.amadeu-antonio-stiftung.de/wp-content/uploads/2021/03/30-tage-ramadan-jugendclub.pdf empfehlen.

Autor:in

Name Autor:in

Laura Sahm

Laura ist als Referentin für für Impuls- und Reflexionsformate zuständig. In ihr schlägt ein Idealistinnen-Herz, und wenn sie nicht arbeitet, ist sie höchstwahrscheinlich wandernd mit dem Rucksack unterwegs.

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