Wenn in Baden‑Württemberg und Rheinland‑Pfalz gewählt wird, merken das auch Kinder: neue Plakate, viele Gespräche, große Fragen. Wählen dürfen sie nicht – aber sie haben dennoch etwas zu sagen. Warum sind Wahlen ein starker Anlass für und wie können Fachkräfte mit Kindern dazu ins Gespräch kommen?
Im März stehen die Landtagswahlen in Baden‑Württemberg und Rheinland‑Pfalz an. Was für Erwachsene ein vertrauter demokratischer Moment ist, geht für Kinder oft mit einem neugierigen Staunen einher: überall Plakate, Gespräche, Begriffe wie “Wahlkampf” oder “Entscheidung”. Auch wenn Kinder nicht wählen dürfen, nehmen sie gesellschaftliche Stimmungen sehr bewusst wahr. Wahlen bewegen und betreffen auch sie. Genau deshalb sind sie ein idealer Anlass, um ins Gespräch zu kommen.
Kinder stellen von sich aus Fragen: Wer entscheidet eigentlich für uns? Warum gibt es verschiedene Parteien? Was würde ich wählen, wenn ich dürfte? Sie haben ein natürliches Interesse an Mitbestimmung, wollen ihre Lebenswelt mitgestalten und haben nach der UN-Kinderrechtskonvention auch ein Recht dazu. Indem Fach- und Lehrkräfte junge Menschen und diese Neugier ernst nehmen, eröffnen sie Kindern demokratische Erfahrungsräume unabhängig vom Wahlalter.
mit Kindern bedeutet, grundlegende demokratische Prinzipien verständlich und erfahrbar zu machen: Sie zeigt, dass Menschen unterschiedliche Meinungen haben dürfen, wie Entscheidungen fair getroffen werden, dass jede Stimme zählt und dass Kinder selbst viele gute Ideen haben, wie ihr Umfeld gestaltet werden kann.
Im Alltag lassen sich Wahlmomente niedrigschwellig erfahrbar machen: kleine Abstimmungen im Gruppenraum oder Klassenzimmer, ein Blick auf Symbole und Sprache der Wahlplakate, Gespräche darüber, was Kindern wichtig ist oder wer eigentlich für Schulen und Kitas entscheidet. Wo finden Kinder und ihre individuellen und heterogenen Lebenswelten in den Wahlprogrammen der Parteien Berücksichtigung? Auch eine spielerische „Kinderwahl“ mit der Gestaltung von eigenen Wahlplakaten kann zeigen, welche Themen Kinder bewegen: von Schulwegen über Pausenregeln bis zu Beteiligungsmöglichkeiten im Alltag.
Wenn Kinder verstehen, wie Demokratie funktioniert und dass ihre Perspektiven wertvoll sind, legen Erwachsene einen Grundstein für späteres demokratisches Engagement. Landtagswahlen bieten dafür einen aktuellen, greifbaren Anlass. Kinder lernen: Demokratie ist nichts Abstraktes. Sie passiert hier und sie hat mit mir zu tun.
Yvonne Lehmann von der Friedrich-Ebert-Stiftung hat uns im Interviewhttps://www.reflexionstool-demokratiebildung.de/aktuelles/welche-wahl-haben-jugendliche-im-gespraech-mit-yvonne-lehmann-friedrich-ebert-stiftung mitgegeben, wie man mit Jugendlichen zu Parteien und Wahlen arbeitet.
Und wie man Wahlergebnisse mit Kindern thematisieren kann, haben wir im Interview mit Dr. Dominik Ringlerhttps://www.reflexionstool-demokratiebildung.de/aktuelles/wie-kann-ich-mit-kindern-und-jugendlichen-ueber-wahlergebnisse-und-politik-reden-im vom Kompetenzzentrum Kinder- und Jugendbeteiligung gefragt.