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Mehr als Medaillen: Warum Olympia auch Demokratie lehrt

Impulse für die Praxis • 03.02.2026
Zwei Hände vor einer Zielscheibe geben sich fair mit der Faust "die Hand".
© DKJS/ S. Rauch

Im Februar 2026 finden die Olympischen Winterspiele in Mailand, Cortina d’Ampezzo und Südtirol statt. Es ist ein globales Sportereignis, das Menschen aus über 90 Ländern zusammenbringt. Für Kinder wirken die Spiele oft wie ein großes, buntes Fest mit Flaggen, Rekorden und Emotionen. Doch hinter diesem Spektakel steht ein Gedanke, der tief in die hineinreicht.

Der olympische Gedanke setzt auf internationale Verständigung, Fairness, Gleichheit und die Idee, dass Menschen friedlich im Wettkampf aufeinandertreffen können. Es ist ein bewusst politisches : Sport sollte Brücken bauen und Werte wie Respekt, Regeln, Teilhabe und Gleichwürdigkeit als Kern demokratischer Kulturen sichtbar machen.

Kinder begegnen diesen Werten oft im Sport, z.B. beim Fußball auf dem Pausenhof, im Eislaufen oder beim Wettrennen: Sie üben, Regeln einzuhalten, gemeinsam Lösungen zu finden und fair zu streiten. Sie erleben, wie es ist, zu gewinnen oder zu verlieren, ohne dass Würde oder Respekt verloren gehen. Gerade diese emotionalen Lernmomente sind wichtige Bausteine demokratischer Bildung.

Die Olympischen Winterspiele können deshalb ein Anlass sein, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen:

  • Warum gibt es Regeln, die für alle gelten?
  • Was ist fair und wer entscheidet das?
  • Warum treten Menschen aus so vielen Ländern gemeinsam an?
  • Was bedeutet Respekt im sportlichen und im sozialen Miteinander?
  • Wie fühlt es sich an, wenn jemand ungerecht behandelt wird?

 

Praxistipp Kinderolympiade
In Form einer Kinderolympiade gestalten Kinder ihr eigenes Olympia mit Disziplinen, die sie selbst wählen, mit gemeinsam entwickelten Regeln, mit Teams und Juryrollen. Sie erleben demokratische Prozesse unmittelbar, indem sie verhandeln, abstimmen, Rücksicht nehmen und Verantwortung übernehmen. Sie lernen Konflikte fair auszutragen, warum gemeinsame Regeln Sicherheit schaffen und weshalb Vielfalt eine Stärke ist – im Sport wie in der Gesellschaft. So wird aus einem sportlichen Event ein Lernmoment zu Fairness und Mitbestimmung.

Ein besonders eindrucksvolles Beispiel für den olympischen Gedanken ist das IOC Refugee Olympic Team. Es macht sichtbar, dass auch Menschen ohne Heimatland Teil der olympischen Gemeinschaft sind und für Millionen Geflüchtete weltweit stehen. Für Kinder ist das ein starkes Zeichen dafür, dass Würde, Respekt und Chancen nicht an Staatsgrenzen enden.  

Mit älteren Kindern und Jugendlichen lohnt auch ein Blick auf die Winterspiele selbst. Sie bieten Gesprächsanlass zu nachhaltigen Austragungsorten, Menschenrechte, dem Umgang mit im Sport oder Fragen zu Transparenz und Vertrauen. Die Debatte um die Baustellen und die ökologische Verantwortung der Spiele in Italien zeigt, dass Großereignisse immer auch Demokratiethemen sind.

So werden die Winterspiele in Milano–Südtirol zu einer Gelegenheit, Kindern zu zeigen, wie auf dem Pausenhof und auf der Piste Gemeinschaft funktioniert und wie Demokratie gelebt werden kann. 

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Kathrin Fehse

Kathrin Fehse ist Programmleitung des Kooperationsverbundes. Sie mag klare Prozesse & Urlaube auf Sizilien.